Bei den Skulpturenrettern

Die Arbeiten sind ganz unterschiedlich: Während der eine an einem überlebensgroßen Friedensengel arbeitet, der bald wieder in achtzig Metern Höhe den Dom zieren soll, reparieren die beiden anderen in Detailarbeit kleinere Figuren, denen Köpfe und ganze Gliedmaßen fehlen – Überbleibsel aus dem Krieg.

Die fehlenden Teile werden erst mit Gips oder Ton nachmodelliert und dann in Naturstein übertragen. Oben im Nordturm ist die Kammer der Inspiration: Dort lagern Modelle –sogenannte Bozetti – von fast allen Figuren des Doms. Nicht nur weiß man so überhaupt erst, was fehlt – auch lassen sich Gesichter, Musikinstrumente oder Hände so bis ins kleinste Detail rekonstruieren.

Schaut den Bildhauern bei ihrer Arbeit über die Schulter – die drei sind:

Hans-Christoph Hoppe
restauriert die Heilige Elisabeth, der Granatsplitter im Krieg den ganzen Kopf abgetrennt haben. Die Punkte auf der Figur stammen vom Punktiergerät. Hiermit stellt man sicher, dass die Proportionen dieselben sind wie im Original.

Michael Oster
arbeitet an einem Friedensengel von 1875, der bald wieder in achtzig Metern Höhe am Dom prangen wird. Durch Wind und Wetter waren die Hände kaputt, der Bogen der Geige fehlt.

Uta Tröger
repariert Figuren für das Michaelsportal – direkt gegenüber vom Bahnhof. Durch Kriegsschäden fehlen ganze Köpfe und Hände. Die braunen Stellen sind diejenigen, die sie schon nachmodelliert hat.